Konfessionsbild

Weissenburger Konfessionsbild

 Das weit über Frankens Grenzen hinaus bekannte Konfessionsbild wurde am 18. Januar 1606 von vier Weißenburger Bürgern gestiftet. Drei von ihnen werden dort mit ihren jeweiligen Gattinen beim Empfang des Heiligen Abendmahles gezeigt: Christoph Koler, Hans Roth und Christoph Münderlein, während der vierte aus Österreich stammende Exulant Balthasar Cristalnig vor dem Gerichtsaltar gerade die Beichte ablegt.

Geschaffen zum Gedächtnis an die Augsburgische Konfession zeigt das ursprünglich 7,2 Meter lange und 2 Meter hohe Ölgemälde die verschiedenen geistlichen Handlungen in der evangelischen Kirche: Abendmahl, Taufe, Beichte, Christenlehre, Predigt, Trauung und das Musizieren der Chorschule.

Links und rechts auf den Flügeln finden sich jeweils Darstellungen aus der Bibel: das Passahmahl vor Israels Auszug aus Ägypten (o.l.), die Errettung Israels am Schilfmeer (u.l.) sowie das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern (o.r.) über dem eigentlichen Konfessionsbild (u.r.).

Dort sieht man Kurfürst Johann von Sachsen, der gerade dem damaligen Kaiser Karl V. feierlich die Bekenntnisbücher überreicht. Unter den Fürsten und Repräsentanten der Städte ist auch der Ratsvertreter der Stadt Weißenburg, welcher im weiß eingefassten Pelzmantel seinen Blick stetig auf den benachbarten Nürnberger Kollegen richtet.

Die Entscheidung über die Annahme der Confessio Augustana (CA) innerhalb der Weißenburger Bürgerschaft fiel dann endgültig am 15. November 1530 bei einer wichtigen Abstimmung unmittelbar in der Andreaskirche. Exakt 454 Bürger waren dazu erschienen und entschieden sich mit überwältigender Mehrheit für den evangelischen Glauben. Lediglich sieben Bürger wollten weiter bei ihrem alten Glauben bleiben und verließen schon bald darauf die Stadt. Damit war zur konfessionellen Zukunft Weißenburgs nun ein klares Votum gesprochen. Erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts verzeichnete die aufstrebende Stadt wieder eine nennenswerte katholische Einwohnerschaft, die schließlich 1869/70 mit dem Bau der St. Willibaldskirche ihr erstes katholisches Gotteshaus nach der Reformation bekommen sollte. [gs]